Eigenschaften des Polski Owczarek Podhalanski


 

Ein paar Worte vorweg

Wer einen Hund sucht, der auf das erste Wort hört, ist beim Polski Owczarek Podhalanski (Podhalaner) völlig falsch. Wer aber einen treuen Begleiter sucht, der ist beim Podhalaner auf jeden Fall an der richtigen Adresse.

Der Podhalaner ist ein eigenständig denkender Hund, der eine liebevolle aber konsequente Erziehnung braucht. Egal was er auch tut, sei es beim Spazierengehen Leute anbellen, es muß unterbunden werden. Sein Verhalten niemals ins lächerliche ziehen, so lustig es auch ist. Der Bindungsaufbau ist dabei sehr wichtig, gerade auf Spaziergängen! Der Besitzer muß die interessante Person sein. Bitte denken Sie auch an den angeborenen Schutztrieb, den der Herdenschutzhund mitbringt. Da bleibt das Bellen auch nicht aus. Auch da muß dran gearbeitet werden.

Oh und noch etwas: Der Podhalaner braucht die Erziehung sein ganzes Leben lang. Und die Besitzer brauchen viel Geduld.

Eigenschaften

Entsprechend seinem ursprünglichen Aufgabengebiet und den dazugehörigen rauen Lebensbedingungen ist der Polski Owczarek Podhalanski (Podhalaner) äußerst unempfindlich. Seine Fellpflege ist unproblematisch. Zudem wird man bei diesen ursprünglichen Rassen, die sich bei Wind und Wetter mit Begeisterung im Freien aufhalten, häufig mit dem Fehlen des typischen Hundegeruches überrascht. Der Podhalaner ist unter anderem ein voll kontakt Hund, beim spielen , wie auch beim schmusenin der Familie. Eine weitere Besonderheit der Podhalaner ist ihre Anspruchslosigkeit in Bezug auf die Ernährung. Aufgrund des Nahrungsangebotes in ihren Ursprungsländern, das eher als kärglich bezeichnet werden kann, hat sich ein Hunde Typ entwickelt, der sich an eine proteinarme Ernährung angepasst hat und aus einem minimalen Nährstoffangebot das Maximum an Energie herauszuholen vermag. Dies sollte bei der Fütterung berücksichtigt werden, da diese Hunde auf eine Überversorgung an tierischem Protein oft mit allergischen Reaktionen wie Hautproblemen reagieren. Hier ist eine ausgewogene, proteinarme Ernährung für das Wohlbefinden des Hundes unerlässlich. Nicht wenige Herdenschutzhunde sind geradezu gierig nach Milchprodukten (Joghurt, Quark, Kefir) und Getreideprodukten (Brot, Nudeln, Reis).....

Wird ein Podhalaner als Familienhund gehalten und bekommt wenig Möglichkeit, seinen ursprünglichen Instinkten zu folgen, z.B. hat er wenig Möglichkeit zum ausgiebigen Auslauf, kann er kein "Revier im Auge behalten" und wird nicht ausreichend in die Familie integriert bzw. entsprechend beschäftigt, kann dies böse Folgen haben.

Überlässt man einen Podhalaner in freier Natur weitestgehend unkontrolliert sich selbst, bzw. wird er unsachgemäß nicht seinem Wesen entsprechend aufgezogen, können sich seine "positiven Grundlagen" sehr schnell zu schlechten Eigenschaften entwickeln.

So gibt es heute Podhalaner, die mit viel Freude allem hinterher jagen, was sich bewegt und somit unkontrolliert von ihrer "Herde" wegbewegen. Aufgrund ihrer hohen Selbständigkeit und ihrer starken Freiheitsliebe kann es dann einige Zeit dauern, bis sie sich wieder zu ihrer "Herde" begeben. Hier ist die starke Kontrolle durch den Halter dringend gefordert. Hat man den "Vertrauensaufbau" einmal geschafft, dann hat man einen wunderbaren Begleiter an seiner Seite, der durch seine Ursprünglichkeit, seine hohe Selbständigkeit, sein feinfühliges Wesen sowie seine ausgeprägte Persönlichkeit besticht.

Charakteristisch ist das Verhalten der HSH:
 Mißtrauen gegenüber allem Fremden, eigenständiges Handeln,
 blitzschnelles Umschalten aus ruhigem, phlegmatischem Verhalten in eine
höchste Alarmbereitschaft,
 eine Verteidigungsbereitschaft und massives Bellverhalten bei Gefahr,
 territorial motivierte Angriffsbereitschaft besonders mit Einbruch der
Dämmerung.

Hundehalter haben die Pflicht, vorausschauend in die Zukunft zu planen (regelmäßiger Kontakt zu Nachbarskindern und Freunden der Familie, regelmäßiger Besuch von gemischten Welpengruppen, regelmäßige Duldung von Vertrauten der
Familie im Pkw, Nachbars Katze oder Kleingetier, Mofas, Skateboards, Fahrräder, Postbote, Schornsteinfeger, Lebensmittellieferant etc.). Wir unterstreichen diese Notwendigkeiten, weil wir wissen, daß ein eventueller territorial motivierter Angriff auch nicht vor der zuvor dem Herdenschutzhund unbekannten Schwiegermutter halt
macht. Überhaupt ist der Schutz des Territoriums zentraler Bestandteil eines Herdenschutzhundelebens. Sie begegnen allem außerhalb der Routine stehendem mit großem Mißtrauen, so daß an dieser Stelle von Schutzdienstarbeit  dringend
abgeraten werden muß.Die Gewöhnung an vielfältige Routineabläufe in der Jugendentwicklung mindert dasa nsonsten massiv aufgezeigte Bellverhalten. Da sich Verhaltensweisen erst formen müssen und noch keiner festgefahrenen Etablierung unterliegen, kann die Alarmbereitschaft eines Herdenschutzhundes durchaus gelenkt werden.Dabei ist die eingenständige Handlungsbereitschaft dieser Tiere nochmals zu unterstreichen. Wer Sandkasten oder Schaukel der Kinder im Vorgarten nahe des Eingangsbereiches plaziert,darf sich über eine extrem ausgeprägte Verteidigungsbereitschaft seines,,Schafshundes" nicht wundern. Die als besonders schutzwürdig erachtete "Reproduktion" im Sinne von Nachwuchs in der Sozialgemeinschaft läßt grüßen."Aufmerksamkeitsverhalten" wird zwischen vier und vierzehn Wochen gelernt, wenn der Herdenschutzhundwelpe seinen Sozialverbund formt (Coppinger, 1995)

Weitere Informationen lesen Sie unter " Verhalten"

Ketten- und Zwingerhaltung sind ein Thema, das diesem Hund extrem schadet. Hierfür gibt es Hunde, die damit viel leichter klarkommen. Ein Podhalaner an der Kette und im Zwinger verkümmert seelisch und wird extrem aggressiv.

 Wichtige Hinweise

  • Füttern Sie Ihren Hund niemals mit dem, was Sie gerade essen oder gegessen haben. Füttern Sie Ihren Hund immer, nachdem Sie selbst gegessen haben! Erklärung: Das ranghöchste Tier frisst im Rudel immer zuerst und gibt niemals freiwillig Futter ab.
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht selbstständig bestimmen, wo und wann er auf Ihren Möbeln (Sofa, Teppiche, Bett etc.) liegt und schläft. Bestimmen Sie selbst, wie viel Platz ihm zusteht. Am besten weisen Sie ihm einen festen Platz (Körbchen) zu. Stellen oder setzen Sie sich selbst gelegentlich auf diesen Platz. Erklärung: Das ranghöchste Tier, in diesem Falle also Sie, bekommt immer den besten Schlafplatz. Der Ranghöchste hat das Recht, sich überall aufzuhalten und seine Lieblingsplätze sind für das rangniedrigere Tier, in diesem Falle Ihr Hund, tabu.
  • Bürsten Sie Ihren Hund täglich, ob es nötig ist oder nicht. Gestatten Sie Ihrem Hund nicht, erfolgreich Ihre Beachtung zu erheischen. Zeigen Sie nur auf Ihre eigene Initiative Zuneigung. Lassen Sie sich nicht von Ihrem Hund zum Spielen drängen! Erklärung: Nur der Ranghöchste hat das Recht, sich jederzeit aufzudrängen. Sie bestimmen ganz allein, wann geschmust und gespielt wird.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Hund während des Spielens nicht kneifen und beißen! Brechen Sie das Spiel sofort ab und ignorieren Sie Ihren Hund eine Zeit lang. Erklärung: Jeder Hund muss lernen, seine Beißkraft unter Kontrolle zu halten. Lassen Sie sich außerdem nicht auf eine körperliche Rangelei ein. Ihr Hund könnte, je nach Größe und Kraft, sehr schnell merken, dass Sie ihm unterlegen sind und wird gegen Ihren ranghöheren Status rebellieren.
  • Wenn Sie und Ihr Hund durch eine Türe gehen, gehen Sie immer zuerst! Ihr Hund muss Ihnen den Vortritt lassen! Üben Sie es anfangs zur Not mit einer Leine. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass Ihr Hund einmal vor Ihnen durch eine Tür muss, dann geben Sie unbedingt ein entsprechendes Kommando ("Tür voraus" oder ähnliches). Erklärung: Der Chef geht immer zuerst und allen voran!
  • Steigen Sie nicht über Ihren Hund oder um ihn herum, wenn er im Weg liegt oder steht. Lassen Sie ihn Platz machen. Erklärung: Für den Ranghöchsten macht jeder im Rudel sofort Platz.
  • Wechseln Sie beim Spaziergang öfter die Richtung, auch, wenn Ihr Hund damit nicht einverstanden ist. Erklärung: Der dominante "Hund" führt immer!
  • Üben Sie unbedingt täglich das Hunde-Einmal-Eins. Erklärung: Ihr Hund lernt hierdurch, Sie zu respektieren.

 

   
© Claudia Weber Überarbeitet seit 2010